Reinigen ist meist unbeliebt - egal
ob im Privat- oder Geschäftsleben. Die Tätigkeit wird als unproduktiv empfunden,
da sie im besten Fall den Ausgangszustand wieder herstellt. Es besteht in
einigen Fällen das Risiko, dass die Reiningungsprozedur trotz erheblichen
Aufwandes nur teilweise erfolgreich ist oder sogar Schäden auftreten.
Technische Daten: Kammerdimensionen (BxHxT): 305 mm x 300 mm x 370 mm Typische Beladung: ca 40 Brillengläser Saugleistung der Pumpe: 16 m³/h Abpumpdauer für typischen Plasmaprozeß: 4 min Generatorleistung, LF: 750 W Typische Plasmaprozeßdauer: 3 min Maximale Verdampfertemperatur: >400°C Max. Kammertemperatur: 60°C Typische Verdampfungsdauer: 10 min Stellfläche: 1050 x 620 mm bzw 0.65 m² Anschlußwerte: $00 V, 50/60 Hz
TETRA-30-EASY TO CLEAN, Konzipiert für
die Produktion: Reinigung, Aktivierung, Ätzung
EASY TO CLEAN -Schicht
Es handelt sich hier um eine
Pflegeleichtbeschichtung, die den unvermeidlichen Putzvorgang erleichtern,
angenehmer machen und evtl. Verschleiß durch den Putzvorgang in Grenzen halten
soll. Pflegeleichtschichten haben in der Regel stark ausgeprägte Öl-abweisende
und zusätzlich idealerweise auch reibungsmindernde Eigenschaften. Typische
Einsatzgebiete sind Gegenstände mit hoher Anmutung (moderne Handys) oder
optischer Funktion, die Körperkontakt ausgesetzt sind. Klassische Fälle sind
entspiegelte Brillengläser, die nach Anschmutzen mit Körperfett oder -öl ihre
dekorativen Eigenschaften verlieren und schwerer zu durchschauen sind sowie
vergütete präzisionsoptische Linsen von Kameras und Sportoptik, deren
Abbbildungsleistung eine schmutzfreie Oberfläche
erfordert..
Als Maß für die Ölabweisung kann die
Oberflächenenergie (typischerweise <20 mN/m) oder der Randwinkel gegen Wasser
(sollte >100° sein) herangezogen werden. Eine Ausdehnung von Flecken kann in
diesem Fall begrenzt werden und sie lassen sich leichter von der Oberfläche
entfernen.
Der Wischvorgang wird durch
Reibungsminderung entsprechend eingestellter Easy-to-clean-Schichten
erleichtert. Für die Reibungsminderung gibt es noch keinen anerkannten
Test.
Zur Veranschaulichung kann man einen
geeignet geformten, mit Easy-to-clean-Schicht versehenen Körper, bspw. optische
Linsen von einem Fernglas, Zielfernrohr, Brillenglas oder dergl., von einer mit
grobem Baumwollstoff bespannten, schiefen Ebene herunterrutschen lassen und die
hierzu notwendige Neigung als Abrutschwinkel bestimmen. Beschichtetes Flachglas,
bspw. für die Abdeckung von Displays, Bildern, oder Auflagescheiben von
Fotokopierern oder Scannern werden als schiefe Ebene verwendet und ein balliger,
mit grobem Baumwollstoff bespannter Prüfkörper hinabgleiten
gelassen.
Da Easy-to-clean-Schichten für
wischende Reinigung gedacht sind, müssen sie ihrerseits wischfest sein. Zur
Prüfung dieser Eigenschaft wird üblicherweise zunächst der Randwinkel des
beschichteten Gegenstands bestimmt. Anschließend wird ein mit Gummi hinterlegtes
und ca. 2,5 kg belastetes Stück Stoff in einer oszillierenden Bewegung in
mehreren tausend Hüben über den beschichteten Gegenstand gezogen.
Dies ist bei optischen Gläsern
allgemein kein Problem, sofern diese aus Mineralglas bestehen. Denn in diesem
Falle können Entspiegelungsschichten bei erhöhter Temperatur aufgebracht werden,
wodurch sie recht kompakt und stabil ausfallen. Problematischer sind
hartlackierte Brillengläser aus Kunststoffen, die keine hohen Termperaturen
zulassen. Hierauf aufgedampfte Schichten sind meist recht rauh. Wenn sie
unzureichend beschichtet sind oder beim Wischtest die Pflegeleichtschicht
abgerieben ist, werden aus der rauen Oberfläche der Antireflexbeschichtung
Partikel herausgerissen, die dann im weiteren Verlauf des Wischtests zu
katastrophalem Zusammenbruch der Entspiegelungsschichten und sogar zur
Beschädigung des Lackes führen können. Hartlackierte und antireflexbeschichtete
Kunststoffbrillengläser halten dem Wischtest keine 1000 Hübe stand, da sie
vorher völlig zerstört werden. Guter Standard für easy-to-clean-Beschichtungen
ist, dass der Randwinkel nach 5000 Hüben nicht mehr als 5°
abnimmt.
Pflegeleichtschichten haben also in
der Regel stark ausgeprägte ölabweisende und zusätzlich auch reibungsmindernde
Eigenschaften. Das gewünschte Eigenschaftsprofil ist insgesamt
folgendes:
Möglichst geringe Oberflächenenergie, ausgedrückt als
hoher Randwinkel gegen Wasser (bspw. 107°) und Kohlenwasserstoffe (z. B. Heptan:
35° oder Mineralöl für Motoren oder Vakuumpumpen: 92°).
Möglichst niedrige
Reibung gegenüber Wischmedien, bspw. charakterisiert durch den Abrutschwinkel
der Gläser auf einer stoffbespannten schiefen Ebene
Optische Neutralität
durch geringe Dicke im Bereich von wenigen nm.
Hohe Dauerhaftigkeit,
insbesondere gegen Lösemittel und Wischen
Diese Eigenschaften hängen stark von
den aufgebrachten Beschichtungsmaterialien ab. Als solche werden üblicherweise
kürzer- oder längerkettige Moleküle aus unterschiedlichen Substanzklassen
verwendet.
Die gewünschten
Gebrauchseigenschaften wie Oleophobie und leichte Wischbarkeit werden über die
Struktur und Länge der Kettenmoleküle vorgegeben. Hierbei steigen Hydro- und
Oleophobie üblicherweise in der folgenden Reihenfolge (entsprechend abnehmender
Oberflächenergie:
Die Reibung der Schichten gegen
Wischtücher nimmt üblicherweise mit der Kettenlänge ab.. Die thermische
Stabilität nimmt allgemein in der o .a. Reihenfolge zu, allerdings auch der
Preis für die Beschichtungsmaterialien. Hierbei ist jedoch zu bedenken, dass das
Beschichtungsmaterial zur Herstellung nur weniger nm "dicker" Schichten in sehr
geringen Mengen verwendet wird. Dies ist gewollt, da andenfalls die Schichten
die Eigenschaften der sorgsam ausgetüftelten, optischen Veredelungsschichten
verändern würden. Wegen der geringen Schichtdicke können die Schichten auch
getrost (und werbewirksam) als "Nanoschichten" bezeichnet
werden
Die günstigen Gebrauchseigenschaften
bleiben aber nur erhalten, solange die Kettenmoleküle nicht von der Oberfläche
abgerieben werden. Deshalb müssen sie über geeignete, funktionelle Gruppen
möglichst fest angebunden werden. Hierbei ist es vorteilhaft, über die
Endgruppen eine kovalente chemische Anbindung an die Oberfläche der Werkstücke
herzustellen. Dies ist im Falle von SiO2-Oberflächen (wie bei
Antireflex-Beschichtungen) durch eine chemische Kondensationsreaktion ohne
weiteres machbar.
Geschwindigkeit und Dauerhaftigkeit
der Anbindung ergeben sich aus der Auswahl der reaktiven
Endgruppen.
Anti-Finger-Print-Beschichtung
Auf vielen, insbesondere
metallischen oder hochglanzlackierten Oberflächen wirken Fingerabdrücke
besonders häßlich und sind von mattierten Metalloberflächen auch besonders
schwer zu entfernen. Zur Abhilfe dienen ölabweisende (Anti-Fingerprint-)
Beschichtungen mit besonders niedriger Oberflächenenergie (< 15 mN/m), die
Fingerabdrücke von vorneherein weniger annehmen.
Anti-Fingerprint-Schichten empfehlen
sich für alle Gegenstände mit dekorativem Anspruch und häufigem Körperkontakt,
also hochwertige Küchen- und Einrichtungsgegenstände (Türbeschläge, TV-Geräte),
Sanitärausstattung ( insbesondere Wasserarmaturen und Spiegel) aber auch Jagd-
und Sportwaffen; dazu Sporttrophäen wie Pokale.
Video Teil 1 - Coating
Neue, kombinierte
Anlage zur Herstellung von Pflegeleicht- und
Anti-Fingerprint-Schichten.
Zur vollen Ausnutzung der
prozesstechnischen Möglichkeiten wurde bei Diener electronic eine neue Anlage
entwickelt. Gegenüber dem Stand der Technik bietet die Anlage erweiterte
Möglichkeiten, da sie Plasma- und Aufdampftechnik kombiniert:
Plasmaverfahren:
Reinigung von Metall-
Keramik- und Glasoberflächen vor Auftrag der Pflegeleichtschicht.
Hierdurch wird eine optimal haftende und lückenlose Pflegeleichtschicht
ermöglicht.
Vorbeschichtung mit
SiOx-Schichten
zur sicheren Anbindung der oleophoben Kettenmoleküle. Hierdurch wird die feste
Verankerung von Pflegeleichtschichten auch auf Werkstoffen ermöglicht, die
sich sonst nicht dauerhaft beschichten lassen, bspw.
Kunststoffe.
Synthese der
Oleophobmaterialien direkt auf der Oberfläche. Hierin liegt ein erhebliches
Einsparpotential, denn die Monomeren sind in aller Regel deutlich billiger als
die daraus hergestellten Polymeren.
Hierzu ist die Anlage als Standard
mit einer wirkungsvollen LF-(kHz)-Plasmaquelle ausgestattet, kann wahlweise aber
auch mit einer HF-(13,56 MHz)- oder Mikrowellen-(2,45 GHz)-Quelle geliefert
werden. Zur Zuführung der Prozessgase und zur Steuerung und Regelung der
Anlagenparameter kann als Option das gesamte Baukastensystem der Firma
herangezogen werden. Selbstverständlich sind auch die zum Schutz der Pumpen vor
aggressiven Medien notwendigen Komponenten der Firma
verfügbar.
Video Teil 2 - Rutschtest
Aufdampfverfahren:
Eindampfen schwer
flüchtiger Substanzen in einen Plasmaprozess ist im Gegensatz zum allgemeinen
Stand der Technik jederzeit möglich.
Davon unabhängig
dampft ein spezieller Verdampfer eine in einem Festkörper vorportionierte
Pflegeleichtsubstanz unbeschadet vom Plasmaprozess anschließend an diesen
temperaturkontrolliert ab.
Hierzu verfügt die Anlage über einen
leistungsfähigen Verdampfer innerhalb der Prozesskammer.der das Aufdampfgut vor
Beschädigung durch vorher ablaufende Plasmaprozesse
schützt.
Die Prozesskammer der Anlage ist mit
einer wirkungsvollen, gleichmäßigen Heizung versehen, um unnötigen Verbrauch von
Pflegeleichtsubstanz durch Kondensation an der Wand zu vermeiden und die
Ausnutzung des Materials zu verbessern. Die Anlage ist wahlweise auch mit der
bekannten PC-Steuerung von Diener electronic erhältlich, die über eine
klar übersichtliche und leicht zu bedienende Bedieneroberfläche einen
vollautomatischen Prozessablauf und dessen lückenlose Dokumentation
ermöglicht.
Technische
Daten:
Kammerdimensionen (BxHxT):305 x 300
x 370 mm
Typische Beladung: ca 40
Brillengläser
Saugleistung der Pumpe: 16
m³/h
Abpumpdauer für typischen
Plasmaprozeß: 4 min
Generatorleistung, LF: 750
W
Typische Plasmaprozeßdauer: 3
min
Maximale Verdampfertemperatur:
>400°C
Max. Kammertemperatur:
60°C
Typische Verdampfungsdauer: 10
min
Stellfläche. 1050 x 620 mm bzw 0.65
m²
Anschlußwerte: $00 V, 50/60
Hz
Merkmale der mit der Maschine
herstellbaren Easy-to-clean-- bzw.
Anti-Fingerprintschichten:
Bezeichnung
Verfahren
Lieferform der
Wirksubstanz
Oberfl.
Energie
d.Schicht
[mN/m]
Randwinkel
(Wasser)
[°]
Abrutsch-winkel f.
Linse
[°]
Stabilität im
Wischtest
an.
Linse
[Hübe]
Kunstst.Bril.-gl. Mit Lack und
AR-Schicht
ohne
keine
35
ca.
<30
<1000
ETC-1
Bedampfen
Tablette
<
15
110
4-6
>5000
ETC-2
Bedampfen
Tablette
<15
110
ca.15
nicht
gepr.
ETC-2a
Plasma-CVD
Gasbehälter
<15
105
nicht
gepr.
nicht
gepr
Video Teil 3 - Anti Fingerprint Coating
Lotus-Effekt-Schichten
Der Lotuseffekt beruht auf einer
niedrigen Oberflächenenergie zusammen mit einer feinststrukturierten und damit
stark vergrößerten Oberfläche. Die Schmutz-abweisenden Eigenschaften der
Oberfläche werden hierdurch so gesteigert, dass sich Anschmutzungen kaum
noch mit der Oberfläche verbinden und eher von abrollenden Wassertropfen
weggetragen werden. Der Effekt konnte an entsprechend präparierten Oberflächen
demonstriert werden, findet allerdings nur begrenzte, technische Anwendung,
speziell dort, wo mit ablaufendem Wasser gerechnet werden kann und nicht
gewischt wird. Letzteres ist wichtig, da durch das Wischen die Mikro- und
Nano-Strukturen der Oberfläche geschädigt werden
können.
Selbstreinigende
("no-clean"-) Schichten
Besonders bevorzugt ist natürliche
eine Oberfläche. Die sich automatisch selbst reinigt. Diesem Traum am nächsten
kommen Schichten aus einer bestimmten Modifikation des Titanoxids, wie sie mit
Kathodenzerstäubung (Sputtern") oder pyrotytisch bei 600 bis 620°C auf
Flachgläser aufgebracht werden kann. Die bemerkenswerte Eigenschaft der
Schichten besteht darin, das sie anhaftendes organisches Material, bspw. Öle
oder Fette, unter UV(A)-Bestrahlung zu Kohlendioxid und Wasser abbauen.
Hierdurch verläuft bspw. auftreffender Regen zu einem klar durchsichtigen
Wasserfilm, was einer derart ausgerüsteten Glasscheibe ein sauberes Aussehen
gibt. Anorganisches Material wie Kalkablagerungen werden allerdings nicht
entfernt.
Bitte setzen Sie sich wegen
technischer Beratung für diese Anlagen mit uns in Verbindung.